Ein bewegender Weinabend

Der 25. Weinabend des Vereins Frankfurter Sportpresse (VFS) war besonders stimmungsvoll. Das lag an den eingeladenen Sportlern – und einem Kollegen, der im Römer für seine Rückkehr nach schwerer Krankheit gefeiert wurde.

Sorgen für einen wunderbaren Abend: VFS-Vorstandsmitglied Martina Knief, VFS-Vorstand Walter Mirwald, Ringer Skiteam Lucien Gerkau und Noemi Ristau, Pascal Eisele, stellvertretender VFS-Vorstand Ralf Weitbrecht und Journalist Daniel Meuren.

Bild: Sorgen für einen wunderbaren Abend: VFS-Vorstandsmitglied Martina Knief, VFS-Vorstand Walter Mirwald, Ringer Skiteam Lucien Gerkau und Noemi Ristau, Pascal Eisele, stellvertretender VFS-Vorstand Ralf Weitbrecht und Journalist Daniel Meuren.

Der arme Daniel Meuren! „Was genau passiert beim Ringen?“, war eine der Fragen, um die es beim 25. Weinabend des Vereins Frankfurter Sportpresse (VFS) ging. Und der amtierende Europameister Pascal Eisele demonstrierte dies, indem er den FAZ-Autoren in den Schwitzkasten nahm oder besser gesagt: in seine Kopfklammer zwängte, wie das im Fachjargon heißt. „Ich lege meine Hand um seinen Kopf und werfe den Gegner auf die Schulter“, erklärte der Ringer lapidar. Mit dieser Technik ist der 24-jährige Odenwälder in diesem Jahr auch WM-Dritter geworden. Diesen Griff hat er selbst entwickelt.

Es war ein bewegender Abend in der Weinstube des Frankfurter Römers. Und das lag auch an dem Selbstverständnis des VFS, nicht immer nur dem Profifußball noch eine weitere Bühne geben zu wollen, sondern auch Sportler einzuladen, die deutlich seltener im Rampenlicht stehen. Und so kamen am Donnerstagabend: der Ringer Eisele und die sehbehinderte Skirennläuferin Noemi Ristau.

Seit einer Netzhauterkrankung im Teenager-Alter hat die 26-Jährige nur noch ein Sehvermögen von zwei Prozent. Sie fährt auch erst seit zwei Jahren Rennen und braucht dafür ihren Guide Lucien Gerkau, der ihr auf der Piste immer ein, zwei Meter vorausfährt.

Aber Noemi Ristau ist trotzdem schon WM-Dritte im Slalom und hat parallel zu ihrer paralympischen Karriere auch noch eine Ausbildung zur Ergotherapeutin abgeschlossen. „Weil ich das unbedingt wollte“, wie sie sagt, „und wenn ich etwas will, dann schaffe ich das auch.“ Ihr nächstes Ziel sind die Paralympics im März in Pyeongchang (Foto: A2/Hartenfelser).

„Es würde uns freuen, wenn wir da jemanden von Ihnen wiedertreffen würden“, sagte Gerkau an die Adresse der Frankfurter Sportjournalisten. Denn er sah ja auch: Die Weinstube war voll, wie immer bei diesem Anlass. Rund 80 Mitglieder waren zum insgesamt 25. Weinabend gekommen. Zum 13. Mal fand dieser im Römer statt, „im Herzen der Stadt Frankfurt“, wie der VFS-Vorsitzende Walter Mirwald sagte.

Eine solche Beteiligung, ein solches Engagement und so viele Aktivitäten kenne er nur aus diesem Verband, sagte der ZDF-Reporter Eike Schulz. „Diesen Geist und dieses Potenzial müssen wir mit in die Zukunft nehmen.“ Schulz konnte erst am Donnerstagabend für seine elfjährige Vorstandsarbeit geehrt werden, obwohl er die schon 2014 beendet hatte. Aber zwei Jahre lang kämpfte er in der Zwischenzeit gegen eine schwere Krankheit an.

„Wir haben mit dir gebangt, und wir haben die Daumen gedrückt. Du hast es mit eisernem Willen geschafft, wieder gesund zu werden“, sagte Mirwald. Es war wirklich ein bewegender Abend.

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