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Im Stechen: Maximilian Röhrig gewinnt Old Course Cup von MAINgolf und VFS

Der Professional aus Neuhof schlägt Glen Hutcheson vom Golfclub Taunus-Weilrod zwischen Vorspeise und Hauptgang am dritten Extraloch



So sehen Sieger – und Platzierte – aus (vordere Reihe von links): John Brennand, Oliver Tzschaschel, Glen Hutcheson, Maximilian Röhrig und Andreas Fröhlich.

Hintere Reihe von links: Jan Götze, Volker Hirth, Samy Baghat, Hans-Peter Buchstaller, Eckhard Frenzel, Erik Muschalla, Peter König, Daniel Tack, Christian Engel und Korinna Zickler.


Ein Stechen zwischen Vorspeise und Hauptgang, das haben Maximilian Röhrig und Glen Hutchenson noch nicht erlebt. Aufgegessen hatte sie gerade ihren Wildkräutersalat mit Flusskrebsschwänzen, der Spargel mit Kalbstafelspitz war schon angekündigt, da stellte sich heraus, dass es in der Professional-Wertung des Old Course Cups einen Gleichstand gibt. Also mussten die beiden Pros vom Golf-Club Neuhof und dem Golfclub Taunus-Weilrod die gemütliche Restaurantterrasse vom Golfhaus verlassen und noch einmal raus auf den Platz.

Je 53 Schläge hatten die beiden Berufsgolfer für ihre drei Runden auf Deutschlands ältestem Golfplatz im Kurpark von Bad Homburg gebraucht. Es musste ein Stechen her – und das Essen kurzfristig warten. Die ersten beiden Extralöcher, die Bahnen eins (65 Meter) und zwei (56 Meter) des Platzes, spielten Röhrig und Hutcheson Par. Im Sinne des wartenden Hauptgangs sollte daher ein jeweils letzter Schlag die Entscheidung bringen: Ein sogenannter Nearest-to-the-Pin vom dritten Abschlag zurück Richtung Clubhaus auf das Grün von Bahn sechs. Wer seinen Ball am nächsten an die Fahne spielt, gewinnt.

Röhrig legte los, pitchte seinen Ball auf etwa zwei Meter ans Loch heran. Hutcheson verfehlte das Grün dagegen knapp und damit auch den Silberpokal für den Sieger. „Ein wirklich anspruchsvoller Golfplatz mit einer ganz besonderen Atmosphäre“, lobte der 30-jährige Röhrig die Sechs-Loch-Anlage im Kurpark, nachdem sein Erfolg feststand.


Zur außergewöhnlichen Stimmung beim hochkarätig besetzten ProAm-Turnier des Magazins MAINgolf und Verein Frankfurter Sportpresse trug auch das zeitgleiche Klassikkonzert im Musikpavillon bei. „Golf mit Musik, das hat was“, freute sich John Brennand, der den Golf Club Hanau-Wilhelmsbad im Turnier vertrat. Außerdem verfolgten am Dienstagnachmittag bis zu hundert Zuschauer das Spiel der sieben Professionals und 17 Amateure auf dem Old Course – manche aus sicherem Abstand, andere begleiteten die Gruppen aber auch über den 1889 errichteten Platz. „So viele Fans hätte ich gerne auch auf der ProGolfTour“, zeigte sich der drittplatzierte Jungprofi Daniel Tack (55 Schläge) vom Golclub Winnerod beeindruckt.


Den Silberpokal für den besten Amateur gewann Hans-Peter Buchstaller vom Kiawah Golfclub Riedstadt, der für die 18 Löcher nur 54 Schläge benötigte. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Jan Götze (GC Darmstadt Traisa, 56) und Titelverteidiger Erik Muschalla vom heimischen Royal Homburger Golf Club (58). Die Sonderwertung um eine Magnumflasche Champagner gewann Oliver Tzschaschel, der seinen Ball aus 65 Metern bis auf wenige Zentimeter an den gut geschützten Schaumwein heranspielte. Der beste Schlag des Tages aber gelang Professional Peter König von „Golf absolute“, der auf der fünften Bahn ein Hole-in-one spielte, den Ball aus 68 Metern Entfernung also direkt einlochte.


„Im nächsten Jahr müssen wir ein paar mehr Frauen ins Teilnehmerfeld bringen“, so der Wunsch von Korinna Zickler, Spielführerin des Royal Homburger Golfclubs. „Denn wenn es einen Platz gibt, auf dem die Damen gegenüber den Herren keinerlei Nachteil haben, dann doch auf den kurzen Bahnen im Kurpark.“


Die VFS-Golfer haben schon ihr nächstes Turnier am 27.06.2022 im Blick und werden hierfür gesondert einladen.


Arne Bensiek