• jochenguenther

Mit der Schneeschmelze kommt der Rückblick. Ski-Seminar in Hintertux – klein, aber fein

Aktualisiert: 3. Juli


Auf der Sommerbergalm


Was lange währt, ward hoffentlich halbwegs gut.


"Der Winter könnte so schön sein, wenn bloß das doofe Skifahren nicht wäre." Solch komische Gedanken kommen bei diesem Kaiserwetter auch Menschen in den Sinn, die seit mehr als einem halben Jahrhundert reichlich Lebensglück auf den schmalen Brettern fanden.


Wir sitzen draußen auf der Sommerbergalm und blinzeln hinauf auf den von der Sonne in blendendes Licht verwandelten Hintertuxer-Gletscher. Wir, das sind sieben aufrechte Mitglieder und Mitgliederinnen, die kurz nach Ostern 2022 die Tradition des Ski-Seminars der Frankfurter Sportpresse nach zwei Jahren Pause und einem Blitzbesuch im November 2021 fortsetzen. Mit einem leicht fiesen Grinsen im Gesicht schicken wir die schönsten Schneefotos an die Daheimgeblieben. Der nicht mitgereiste Kollege und Turbo-Skifahrer Gerhard hat sofort erkannt, was die lieben Grüße sein sollen: "Eine unverschämte Provokation."



Doch es kommt noch besser, weil Seniorchefin Petra wohl ganz ähnliche Gedanken hatte, wie der Autor dieser lieben Zeilen. "Wisst ihr was, weil es gerade so schön ist, gebe ich einen aus." Die Gefahr des Alkoholmissbrauchs auf der Piste besteht nicht, weil sich sechs Erwachsene die österreichische Cuvee liebend gerne teilen. Beschwingt schwingen Angelika und Jürgen anschließend oben an der Gefrorenen Wand durch den Pulverschnee. Herrlich.

Besonders herrlich war es anschließend, an diesen keineswegs einmalig schönen Nachmittag Ann-Maries und Ferdinands Wellness-Oase ausgiebig zu genießen. Denn im Gegensatz zu vielen vorherigen "Seminaren" wartete weder in der Tiroler Stube ein Prominenter, der die Ski-Welt aus seiner Sicht erklärte, noch trommelte, der ebenfalls zu Hause gebliebene Entertainment-Manager Daniel, drängelnd mit den Knöcheln auf sein ausgerolltes Tipp-Kick-Spielfeld und die bereits nervös blinkende Dartscheibe. Allerdings muss an dieser Stelle klar gesagt werden, dass Stressfreiheit im Berghof zwar gut und schön ist, wir aber Daniels professionelle Belustigung nie mehr missen mögen.

Herrlich war es. Total entspannend, weil wir eigentlich jeden Abend über den Nebel, Schnee und Graupel vorhersagenden Wetterbericht grübelten, am nächsten Morgen uns das Grinsen aber nicht mehr aus dem Gesicht ging, weil die Sonne beinahe täglich aus blauem Himmel zwischen kleinen Schäfchenwölkchen hervorlugte. Nur einmal kehrte Ende April für eine halbe Stunde der Winter sogar ins Tuxer Tal zurück. Herrlich das Schneetreiben, denn viele Flöckchen braucht es nun mal für das herrliche Vergnügen auf zwei Brettln zu Tal zu rasen.



Alleiniger Teamchef war dieses Mal unser Ehrenvorsitzender Walter Mirwald, weil der FAZ-Kollege Ralf Weitbrecht als „Eintracht-Mann“ die Mannschaft der Stunde auf ihrem europäischen Höhenflug begleitete. Schmunzelnd sagte Walter: „Da trete ich als Vorsitzender zurück und habe plötzlich die Ehre, erstmals alleiniger Teamchef zu sein. Welch ein Aufstieg!“ Walter überreichte den Gastgebern vom Berghof, Ann-Marie und Ferdinand Dengg, als Dankeschön das Buch unseres Kollegen Hartmut Scherzer „Welt Sport“ mit der Anmerkung: „Einmal im Jahr, wenn der Verein Frankfurter Sportpresse kommt, erlebt der Tuxer Gletscher echten Weltsport.“.

Die Gruppe war dieses Mal klein, aber fein. Auf ein Neues im April 2023.

Jürgen Ahäuser