Die Magie der Rhythmischen Sportgymnastik - VFS-Talk vor der WM in Frankfurt
- ralfweitbrecht3
- vor 33 Minuten
- 2 Min. Lesezeit

Das wird bestimmt eine runde Sache. Schon der VFS-Talk, zu dem der Verein Frankfurter Sportpresse in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Turnerbund eingeladen hatte, hat Lust auf die WM gemacht. Die besten Rhythmischen Sportgymnastinnen der Welt zu Gast in der Frankfurter Festhalle: Das Publikum wird vom 12. bis 16. August faszinierenden Sport geboten bekommen.
Wie machen die das nur? Und wie halten sie es durch, täglich bis zu fünf Stunden mit Ball, Band, Reifen und Keulen zu trainieren, um der Perfektion möglichst nahe zu kommen? Ortstermin in der Otto-Fleck-Schneise mit denen, die es wissen. Auf dem illustren Podium, das sich den Fragen der VFS-Vorsitzenden Martina Knief stellt, sitzen unter anderen eine Ikone der Rhythmischen Sportgymnastik, eine zweimalige WM-Zweite sowie die Teamchefin der hoffnungsvollen deutschen Künstlerinnen. Magdalena Brzeska ist die perfekte Botschafterin und Repräsentantin des DTB für die bevorstehende WM. 26 Mal, eine unglaubliche Zahl, hat sie bei deutschen Meisterschaften triumphiert. Am letzten WM-Abend wird man sie im Rahmen einer 90-minütigen Gala bewundern können. "Viele Dinge beherrsche ich noch immer im Schlaf", sagt sie. "Vielleicht bin ich jetzt aber nicht mehr so beweglich."
"Viele Dinge beherrsche ich
noch immer im Schlaf"
Gemeinsam mit den interessierten Mitgliedern und Gästen des Vereins Frankfurter Sportpresse schaut auch Magdalena Brzeska gespannt den Darbietungen des Nachwuchses zu. Teamchefin Isabell Sawade erklärt, was die 13 Jahre alte Nachwuchsgymnastin Melissa Diete von der TSG Neu-Isenburg beim Training in der Otto-Fleck-Schneise alles macht und kann. Lange dauert es nicht mehr, dann wechselt die ambitionierte Sportlerin ans Nationalmannschaftszentrum in Fellbach-Schmiden.
Melissa Diete, die gekonnt mit Reifen und Band Einblicke in ihr großes Können zeigt, will den deutschen Vorzeigegymnastinnen nacheifern. In der Frankfurter Festhalle gehört Olympiasiegerin Darja Varfolomeev zu den Titelanwärterinnen. Doch auch ihre Mannschaftskollegin Margarita Kolosov, die sich gleichfalls erst noch qualifizieren muss, rechnet sich Chancen aus. Nach der "emotionalen Achterbahn", von der sie nach Platz vier bei Olympia in Paris auf dem VFS-Podium spricht, möchte sie eine derartige Gefühlswelt in Frankfurt nicht unbedingt ein zweites Mal erleben. Als die 22 Jahre alte Gymnastin von Martina Knief und den Zuhörern aus dem Plenum im Raum "Bronze" des Lindner-Hotels gefragt wird, warum sie all das in diesem höchst trainingsintensiven Sport mache, zögert sie keine Sekunde: "Aus Liebe und Leidenschaft." Magdalena Brzeska nickt zustimmend - und auch Teamchefin Sawade sieht das so. Fünf Stunden tägliches Training - "da wächst man einfach rein", sagt Margarita Kolosov, die trotzdem noch die Zeit findet, um neben ihrem Sport Psychologie zu studieren.
Extreme Entwicklung der
Rhythmischen Sportgymnastik
Es stimmt wirklich: Die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik ist die erste WM in einer olympischen Disziplin, die in Frankfurt stattfindet. Florian Fünffinger, der Leiter des Sportamts, findet das ganz ausgezeichnet. "Die Freude in unserer internationalen Sport- und Ausrichterstadt könnte nicht größer sein", sagt er. "Es ist schon etwas Besonderes, wenn die Sportlerinnen in der Heimat turnen können." Thorsten Weiß vom WM-OK rechnet mit insgesamt 20.000 Zuschauern. "Ich bin gebürtiger Frankfurter", sagt er. "Wir wollen gute Gastgeber sein."
Gastgeber VFS, der schon in der Vergangenheit das Gespräch mit Verbänden und Organisationen wie dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Deutschen Fußball-Bund gesucht hat, hat mit seinem Talk den Nerv der Zeit getroffen. "Die Rhythmische Sportgymnastik hat sich extrem entwickelt", sagt Magdalena Brzeska. Wer will der "Grande Dame" da schon widersprechen.
Ralf Weitbrecht
Impressionen






































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