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"Ist die Idee gut, fotografiere ich fast alles" - Jochen Günther 65

Aktualisiert: 22. Feb.



Mann mit Durchblick: Jochen Günther

Das Timing stimmt. Wenige Tage vor seinem großen Ehrentag kam die Meldung, dass sich das berufliche Werk von Jochen Günther als Fotograf der Frankfurter Rundschau ab sofort im Institut für Stadtgeschichte befindet. Ein Ritterschlag für den jung gebliebenen Geschäftsführer des Vereins Frankfurter Sportpresse (VFS), der an diesem Schnapszahltag 22.2.22 wirklich schon 65 Jahre alt geworden ist. Günthers Oeuvre ist ein Pfund: 400 000 Aufnahmen in 49 Ordnern und auf einer Festplatte. Der langjährige FR-Fotograf ist damit ein gewichtiger Teil des Instituts-Fundus, dessen Fotosammlung rund 2,5 Millionen Frankfurter Bilder vom 19. Jahrhundert bis heute umfasst.


Jochen Günther ist ein Glücksfall für den VFS. Vor einigen Jahren, als sich die Mitglieder an einem lauen Sommerabend in den Räumlichkeiten des Deutschen Fußball-Bundes zur alljährigen Jahreshauptversammlung trafen, war auch das normale Mitglied Günther in der Otto-Fleck-Schneise. Verlassen hat er den Frankfurter Stadtwald mit einem neuen Betätigungsfeld: Spontan gab er dem Werben der Vereinsspitze nach und sagte zu, die Nachfolge von Jürgen Lamberty als Geschäftsführer anzutreten. Eine sehr gute Entscheidung, denn seitdem Günther für den VFS am Wirbeln ist, geht es auf vielfältige Weise auf neuen Pfaden weiter. So ist es beispielsweise sein Verdienst, dass die Buschtrommel, das traditionsreiche Mitteilungsblatt des VFS, den Sprung in die digitale Zukunft geschafft hat und seitdem frischer und moderner ist. Auch andere digitale Formate wie den VFS-Videotalk hat der passionierte Golfspieler Günther gemeinsam mit dem Vorstand initiiert.


Schon als Schüler des Frankfurter Gagern-Gymnasiums kam der wissbegierige Jochen Günther mit dem Medium Fotografie in Verbindung - und auch während des Studiums nicht mehr davon los. Als Freelancer fotografierte er unter anderem für die Zeitungen "daily news" und die Frankfurter Neue Presse, darüber hinaus Reportagen und Reiseberichte für Magazine. Von 1990 bis 2003 war er Redaktionsfotograf der FR, wo er bis 2000 analog und schon ab 1995 zusätzlich digital gearbeitet hat. „Die ersten digitalen Profikameras kosteten so viel wie ein Kleinwagen“, erinnert sich Günther.


Seine Aufnahmen, die jetzt im Institut für Stadtgeschichte zu finden sind, umfassen das bunte Spektrum der Pressefotografie: Kommunalpolitik, Wirtschaft, Volks- und Stadtteilfeste, Freizeit, Kultur, Topographie von der Altstadt bis in die Stadtteile, Straßen- und Alltagsszenen, Stars und Sternchen, außerdem Großveranstaltungen sowie Porträts. Darüber hinaus hat Günther Woche für Woche das Sportgeschehen bei Profis und Amateuren fotografiert, vom Fußball über Basketball zu Reiten, Boxen, Rudern oder Golf. Als versierter Allrounder von Architektur über Studio und Porträt bis „People“, heißt es in einem Pressetext der Stadt Frankfurt, ist er weiterhin mit seinen Lieblingshandwerkszeugen“ Hasselblad, Canon und Leica erfolgreich. Seine Aufnahmen finden sich in Kundenmagazinen, Publikumszeitschriften sowie eigenen Buchveröffentlichungen. Seine Devise lautet: „Grau werden ja, älter werden nein“. Mit „viel Blödsinn im Kopf“ folgt er dem Motto: „Ist die Idee gut – und bezahlt –, fotografiere ich fast alles.“



Der VFS-Geschäftsführer auf der Mitgliederversammlung. Foto Hikmet Temizer

Was Jochen Günther auch und in besonderer Weise macht: Er stellt sich den vielfältigen ehrenamtlichen Herausforderungen und ist einer der Motoren, die den VFS mit Teamwork in die Zukunft führen. Happy Birthday zum 65., lieber Jochen.


Ralf Weitbrecht