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Zum Geburtstag ein Sieg seiner United - Rainer Jourdan 75 Jahre alt

  • ralfweitbrecht3
  • vor 21 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn man zu fortgeschrittener Stunde an einem Sonntagabend noch so gut gelaunt und redefreudig auf späte, telefonische Glückwünsche reagiert, kann der Jubeltag nicht so schlecht verlaufen sein. Und das war so bei Rainer Jourdan, der am 25. Januar unfassbare 75 Jahre alt geworden ist.


Dabei rührte die ausgesprochen gute Laune keineswegs aus einer feucht-fröhlichen Feier im größeren Familienkreis oder sonstigem Party-Gedöns her. „Von Geburtstagen halte ich eh nicht viel“, lieferte „RJ“, wie er früher seine Texte bei der Frankfurter Neuen Presse kennzeichnete, auch gleich die passende Erklärung dazu und führte seinen leicht euphorischen Zustand auf die Tatsache zurück, dass er gerade live im TV den Sieg seiner United gegen Premier-League-Spitzenreiter Arsenal erlebt hatte. Quasi als ganz spezielles Geburtstagsgeschenk.


Beglückt über die Rückkehr

von ManU in die Erfolgsspur


Wer Rainer Jourdan kennt, weiß, dass damit seine größte Liebe – von Lebensgefährtin Carola natürlich abgesehen – Manchester United gemeint ist. „Tschorden“, wie ihn einstmals der frühere Sport-Ressortleiter Carl-Heinz Huthmacher nannte, ist regelrecht beglückt darüber, dass mit dem Trainerwechsel zu Michael Carrick „ManU“ nach 14 turbulenten Monaten unter Vorgänger Ruben Amorim wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat und nur eine Woche nach dem 2:0-Sieg im Stadtderby gegen Manchester City auch den Tabellenführer bezwang.


Das lässt hoffen. Was für seine zweite sportliche Leidenschaft, die Frankfurter Eintracht, die am Tag zuvor gegen die TSG Hoffenheim an einem absoluten Tiefpunkt angelangt war, nicht galt. Doch darüber wollte der frischgebackene 75er, der die Eintracht in seinem Berufsleben jahrzehntelang begleitet hat, an diesem Abend nicht reden.


Der Frankfurter Bundesligaverein und der britische Traditionsklub sind also weiterhin wichtige Fixpunkte in seinem Leben. Allerdings nicht mehr aus dem journalistischen Blickwickel. Von seinen Fachkenntnissen zum „Mutterland des Fußballs“ konnten sich FNP-Leser zum letzten Mal vor zwei Jahren überzeugen.


"Tschorden" dreht regelmäßig

seine Joggingrunden


Aus der Alltagshektik als fest angestellter Redakteur in der Sportredaktion hatte sich RJ schon 2008 freiwillig zurückgezogen. Am 29. Juni, am Tag des EM-Endspiels in Wien, in dem sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Spanien 0:1 geschlagen geben musste und wir beide gemeinsam den Spätdienst bestritten, absolvierte er seine letzte Schicht.

Es war schön zu hören, dass es „Tschorden“ an seinem 75. Geburtstag so gut geht, dass er immer noch fit genug ist, regelmäßig seine Joggingrunden zu laufen und auch im Fitness-Studio anzutreffen ist. Und dass die zwangsläufig etwas häufigeren Besuche in diversen Arztpraxen weitgehend der Vorsorge dienen.


Vom übrigen Sport abseits des Fußballs und seiner beiden Lieblingsthemen hat sich Rainer schon lange entfernt. Bei den bevorstehenden Olympischen Winterspielen wird er gewiss nicht zum Dauergucker, vermutlich höchstens ein bisschen Eishockey und Eiskunstlaufen verfolgen – zumindest gehörte das früher zu seinen wenigen wintersportlichen Interessen.

Heute sind es eher politische Talkshows, die er aufmerksam verfolgt. Und er selbst sagt, dass er noch nie über die geopolitischen Entwicklungen auf der Welt so gut informiert gewesen wäre wie heute. Doch mit diesem Thema, das großes Potenzial zum Stimmungskiller hat, wollten wir uns an diesem Abend nicht die gute Laune verderben lassen.


Michael Lennartz

 
 
 

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